Ende März ist Peter Diener im Alter von 97 Jahren gestorben. Als gebürtiger Oberlausitzer bleib Peter Diener in der Kletterszene der DDR weitgehend unbekannt, obwohl er eine herausragende Kletterkarriere hinlegte. Vermutlich liegt es daran, dass er schon zu Beginn seiner Kletterkarriere die DDR verließ.
Er wuchs in Olbersdorf zu Füßen des Zittauer Gebirges auf und erlernte den Beruf des Dachdeckers.
Peter Diener begann im Alter von 13 Jahren mit dem Klettern in Sandsteinfelsen des Zittauer Gebirges.
Aber schon bald zog es ihn in die höheren Berge der Alpen. So konnte er in den Kriegsjahren einige Dreitausender in den Zillertaler Alpen und den Hohen Tauern besteigen
Im 1950 emigrierte er auf abenteuerliche Weise aus der DDR und wohnte seit 1952 in der Schweiz, ab 1961 in Wildhaus. In der Schweiz fand er rasch Anschluss an die Kletterszene und wurde 1954 in den Kletterclub Alpstein aufgenommen, dem er von 1964 bis 1970 vorstand.
In den 1950er und 1960er Jahren gelangen ihm grosse Touren und mehrere Erstbegehungen im ganzen Alpengebiet.
So:
1954 Rässegg Westwand mit Ernst Neeracher
1955 Moor, mittlere Südwand mit Otto Kurtenacker
1956 Salbitschijen Südpfeiler mit Max Niedermann
1956 Grosser Bockmattliturm Direkte Nordwand mit Max Niedermann
1957 Scheienfluh Westwand mit Max Niedermann
1957 Grosser Drusenturm Südwestpfeiler mit Seth Abderhalden
1957 Grosser Bockmattliturm Nordwand, erste Solobegehung
1958 Grosser Drusenturm Südwestwand mit Seth Abderhalden, heute «Seth Abderhalden Gedächtnisführe»
Im Jahr 1960 wurde Peter in die Schweizer Dhaulagiri Expedition berufen. Die von Max Eiselin organisierten Expedition, konnte den vorletzten aller Achttausender erstbesteigen. Mit dabei Peter Diener. Er ist damit der einzige (Ost-)Deutsche, der als Erstbesteiger auf einem der 14 Achttausender stand und war lange Zeit der einzige Deutsche der auf einen Achttausender stand.
Danach war er weiter aktiv als Bergsteiger und als Bergretter unterwegs und war sogar von 1986 bis 1988 Rettungschef im Zentralkomitee des Schweizer Alpen-Clubs.
Unser Beileid gilt den Hinterbliebenen.
Foto: Peter Diener Junior

