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Janja Garnbret klettert Bibliographie (9b+)

Janja Garnbret zeigt auch am Fels ihre Ausnahmestellung. So konnte sie jetzt die Route „Bibliographie“ in Céüse klettern. Sie ist damit nach ihrer Freundin Brooke Raboutou die erst zweite Frau, welche eine Route in diesem Grad klettern konnte. Brooke gelang es mit der Route „Excalibur“ in Arco.

Die heute 27-jährige Janja Garnbret hatte sich erstmals kurz nach den Olympischen Spielen 2024 in der Route versucht und konnte sie nun bei ihrem fünften! Aufenthalt in Céüse erfolgreich klettern. Es war die bisher erst 6. Begehung der Route, nach dem Erstbegeher Alexander Megos, Stefano Ghisolfi, Sean Bailey, Seb Bouin und Jorge Díaz-Rullo.

„Es fühlt sich unglaublich an. Ehrlich gesagt ist es schwer, das in Worte zu fassen. Wenn die Begehung gelingt, läuft einfach alles perfekt. Alles fühlt sich leicht und flüssig an. Man spürt kaum noch, was man eigentlich klettert.“

„Ich glaube, in diesen fünf Aufenthalten habe ich sehr viel über mich selbst gelernt und ich habe viel über Céüse und über die Route gelernt. Vielleicht war ich weniger nervös als bei den vorherigen Versuchen. Ich fühlte mich stärker als je zuvor und hatte das Gefühl, für diesen Prozess bereit zu sein. Diese beiden Wochen haben meine Geduld auf eine Art und Weise auf die Probe gestellt wie nichts zuvor.“

Video: Janja Garnbret klettert Bibliographie 9b+

Die erfolgreiche Begehung gelang Garnbret an ihrem letzten Klettertag in Céüse. Nachdem sie während des gesamten Aufenthalts mit ungewöhnlich warmen Bedingungen zu kämpfen hatte, fand sie erst am letzten Tag die perfekten Bedingungen, welche sie für den Durchstieg benötigte. Deutlich kühlere Temperaturen und ein kräftiger Wind sorgten für ideale Bedingungen und die perfekte Reibung.

Janja auf Instagram: „Eigentlich wollte ich die Route nur zum Aufwärmen probieren, aber ich fühlte mich einfach perfekt und bin immer weitergeklettert. Ich war völlig in meiner eigenen Welt, in meiner eigenen Blase, und tat einfach das, was ich am meisten liebe. Anders als an den anderen Tagen waren nur wenige Leute am Fels, es gab kein lautes Anfeuern. Es war einer der ruhigsten und zugleich schönsten Momente meiner gesamten Kletterkarriere.“

„Diese Begehung ist die Summe all dessen, was ich in den letzten zwei Jahren gelernt habe. Diese Route hat mir gezeigt, dass mit einem ruhigen Kopf und genügend Geduld alles möglich ist. Man darf sich niemals selbst abschreiben – bis zum aller letzten Versuch muss man bereit sein zu kämpfen“

„Und wenn es dann endlich klappt, ist das ein unglaubliches Gefühl. Die ganze Arbeit, die Hingabe und die Geduld – wenn am Ende alles zusammenkommt, fühlt es sich einfach großartig an. Heute ist mein Herz voller Freude.

Die 27-jährige Athletin ist die erfolgreichste Wettkampfkletterin der Geschichte. Sie gewann zwei olympische Goldmedaillen, zehn Weltmeistertitel und hält den Rekord für die meisten Weltcupsiege. Während ihre Hallenerfolge das Wettkampfklettern der letzten Dekade geprägt haben, stellt die route „Bibliographie“ die bislang bedeutendste Felsbegehung ihrer Karriere dar.

Zur Route: Die 35 m lange Route wurde 2009 von Ethan Pringle eingebohrt und befindet sich im Sektor „Biographie “ in der sich auch die gleichnamige legendäre Route befindet und dann der Deutsche Alexander Megos im Jahr 2020 klettern. Er benötigte immerhin 60 Tage, über einige Jahre verteilt, bis ihm der sturzfreie Durchstieg der Route gelang und die Bewertung „9c“ gab.

Stefano Ghisolfi wertete die Route als erster Wiederholer auf 9b+ ab. Dieser Bewertung stimmte Alex Megos dann im Nachhinein auch zu und gilt mittlerweile als Konsenz.

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