Michael Füchsle -Jahresbericht einen Sportkletterers

Das Jahr 2019 war für mich ein Jahr mit Höhen und Tiefen, mit Leid und Freude, mit Motivation aber auch mit Motivationsproblemen. Nach einem leicht verkorkstem Jahr 2018 war auch der Start im neuen Jahr etwas zäh und es dauerte ein bisschen bis meine alte Motivation zurück kam. Erst Ende Januar konnte ich voll mit dem Training an. Neben dem Training in der Kletterhalle war auch ein Fitnessstudio zum Ausgleich dabei.

Lange hatte ich überlegt, ob ich überhaupt heuer noch an Kletterwettkämpfen teilnehmen will, denn wollte ich mich wieder mehr dem Fels Klettern widmen und einige Projekte verwirklichen. Nach einigen Bouldertagen im Februar in Konstein, kam schließlich eine Einladung zu einen Kletterwettkampf im Mai in Puurs (Belgien). Nach weiteren Besuchen in den verschiedensten Kletter und Bouldergebieten im März und April in Tschechien – Österreich und Deutschland war ich wieder voll motiviert und entschied mich doch den Weg nach Belgien zum Wettkampf in Puurs anzutreten. Durch das viele Klettern und Trainieren fühlte ich mich sehr sehr gut und konnte meinen ersten Wettkampf nach Jahrzehnten, gewinnen. Ich konnte es nicht glauben , es fühlte sich wirklich gut an wenn man gerade in meinem Alter noch einen Wettkampf für sich Entscheiden kann, gut man muss aber auch Ehrlicherweise sagen das die Konkurrenz nicht besonders groß war, aber wenn man bedenkt, daß ich von fast all den Teilnehmern schon der Vater sein könnte, lach, war ich doch etwas stolz auf mich. Leider war der Monat Mai auch neben der Freude auch ein Monat der Trauer. Erst verstarb meine Oma und zwei Wochen später auch noch meine Tante. Zudem bildeten sich bei mir neue Analfisteln, die mir zu schaffen machten. Nach einigen Tagen Training in der Halle ging es dann im Juni zum Klettern nach Kroatien, doch schon sollte der nächste Schock kommen. Am letzten Tag in Kroatien kam ein Anruf das unerwartet und plötzlich der Vater meiner Freundin verstorben ist. So ging es fast nonstop von Kroatien nach Mainz, wo ihr Vater lebte. Es mussten einige Erledigungen dort gemacht werden, an eine Optimale Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft im Juli in Briancon war da nicht mehr zu denken.Aber in diesem Falle gab es eben wichtigeres als ein Wettkampf. Trotz allem fuhr ich schlecht Vorbereitet im Juli zur Weltmeisterschaft nach Briancon. Ich rechnete mir deshalb auch nicht die besten Chancen aus, als dann noch beide Quali Routen über weit ausladende dachähnliche Routen verliefen, war mir klar, das war’s. Beide Routen waren zu anstrengend für meinen Bauch, aufgrund meines Stomas sollte ich stark überhängende Routen meiden. Ich Kletterte zwar in die Überhänge rein, aber da war mir dann meine Gesundheit doch wichtiger als vielleicht ein oder zwei Plätze weiter nach vorne zu kommen und so erreichte ich nur den 14. Platz. Nach der WM blieb ich dann noch ein paar Tage um in Briancon Fels Klettern zu gehen bevor es wieder Richtung Heimat ging.

In den darauffolgenden Monaten August – September besuchte ich dann einige neue Klettergebiete in Italien – Österreich und Deutschland. Besonders gut haben mir die Klettergebiete rund um Meran gefallen. Wir waren genau zur Apfelernte dort, solch riesige Apfelpantaschen wie dort hatte ich in meinem ganzem Leben noch nie gesehen, aber auch die Klettergebiete sind mit Sicherheit eine gute Alternative zu dem manchmal überfüllten Arco, Mildes Klima und eine schöne Landschaft runden die Sache ab. Den Oktober verbrachte ich ausschließlich mit der Vorbereitung zum letzten Kletterwettkampf im November in Sittard (Holland). Ich fühlte mich echt gut in Form und rechnete mir gute Chancen auf einen Podestplatz aus, doch am Ende kommt mal wieder alles anders als man denkt, alte Schulterprobleme machten sich wieder bemerkbar, dazu kam auch noch eine leichte Erkältung . So belegte ich zum Schluss einen 4. Platz. Aber trotzdem ein zufriedenstellendes Ergebniss. Im Dezember ging es noch mit einem teil des Paraclimbing Teams für ein paar Tage nach Arco. Es ist schon fast zu einer Tradition geworden Anfang Dezember nach Arco zu fahren, denn es ist eines der besten Klettergebiete und immer ein Besuch wert, wenn man nicht direkt an den Feiertagen oder Ferien fährt. Über Weihnachten werde ich dann noch für ein paar Tage in Monaco zum Klettern verbringen.

Was 2020 auf dem Programm steht, wird sich zeigen. Auf jeden Fall ist ein Buchprojekt zusammen mit dem Geoquest-Verlag geplant und natürlich viel viel Klettern. An dieser Stelle wünsche ich Allen ein Frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Natürlich möchte ich mich noch bei meinen Sponsoren und meiner DAV Sektion Ringsee bedanken, die es mir ermöglichen, meine Reisen zu den Kletterwettkämpfen und Klettergebieten zu finanzieren.

Sponsoren:

Mad Rock Europe – Mad Rock Climbing -Nihil Clothing -Osprey Europe -neprosport -Sterling Rope -Captain Fingerfood -LACD -DAV Sektion Ringsee -Grüezi-Bag – Seedheart – Climbskin -nuapua -ALPINA Sports -HANS Brainfood -Adolf Würth GmbH & Co. KG -Autohaus Kornprobst Zuchering – Energieliebe – Navelo – FrictionLabs

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