Ein Beitrag von Chiara Hanke zur Ethik beim Klettern

Chiara Hanke hat sich nach ihrer Begehung der Route „Sever the wicked hand“ (11/9a) Gedanken zur Ethik beim Klettern gemacht:

Ich habe ein Anliegen, welches ich gerne loswerden möchte. Klettern ist für mich eine Art und Weise sich Herausforderungen zu stellen. Das glaube ich, ist eine Quintessenz der Sportkletterei am eigenen Leistungslimit. Sportklettern, ich glaube das Klettern allumfassend, lebt von seinem hohen und moralischen Anspruch. Leider ist mir in der Vergangenheit an vielen Felsen, aus aktuellem Anlass, eben auch am hängenden Stein aufgefallen, dass ein Ausweichen aus der eigentlichen Kletterlinie (ich nenne hier z. B. die Route „Battle Cat“) bis hin zur meterweit entfernten Rissverschneidung oder das Umklettern von Schlüsselsequenzen teilweise üblich geworden ist. Natürlich hat man beim Klettern die Freiheit so zu klettern wie man möchte und auch die Besteigungsform so zu wählen, wie sie einem am besten gefällt. Stellt man seine „Durchstiege“ aber öffentlich zur Schau (social media etc.) und gibt dazu Bewertungen zu Schwierigkeitsgraden ab, sollte das ganze fair behandelt werden. Sonst geht irgendwann die Vergleichbarkeit verloren und man betrügt sich letztendlich selbst. Man wird beim Klettern immer wieder die Möglichkeit finden, aus Linien auszukneifen oder Schlüsselpassagen zu umklettern. Man könnte auch an der Rückseite aufsteigen und die Umlenkung einhängen. Ich glaube jeder merkt in diesem Moment, dass er nicht im Sinne des Erfinders bzw. Erstbegehers handelt und hat sich ja wahrscheinlich diese Linie speziell aufgrund ihrer Ästhetik oder ihrem Charakter ausgesucht und sich selbst die Aufgabe gestellt, genau dort jetzt seinen Aufstieg zu wagen.

Mein Appell daher: Bleibt fair und ehrlich, der Kuchen oder das Bier schmecken letztendlich am besten, wenn man weiß man hat es sich ehrlich verdient. Vielen Dank für diese absolut geilen Linien „Battle Cat“ und „Sever the wicked hand“ am hängenden Stein! @bock.markus ? Danke nochmal für das Video @white_van_media.

Text: (c) Chiara Hanke

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Ich habe ein Anliegen, welches ich gerne loswerden möchte. Klettern ist für mich eine Art und Weise sich Herausforderungen zu stellen. Das glaube ich, ist eine Quintessenz der Sportkletterei am eigenen Leistungslimit. Sportklettern, ich glaube das Klettern allumfassend, lebt von seinem hohen und moralischen Anspruch. Leider ist mir in der Vergangenheit an vielen Felsen, aus aktuellem Anlass, eben auch am hängenden Stein aufgefallen, dass ein Ausweichen aus der eigentlichen Kletterlinie (ich nenne hier z.b die Route "Battle Cat") bis hin zur meterweit entfernten Rissverschneidung oder das Umklettern von Schlüsselsequenzen teilweise üblich geworden ist. Natürlich hat man beim Klettern die Freiheit so zu klettern wie man möchte und auch die Besteigungsform so zu wählen, wie sie einem am besten gefällt. Stellt man seine "Durchstiege" aber öffentlich zur Schau (social media etc.) und gibt dazu Bewertungen zu Schwierigkeitsgraden ab, sollte das ganze fair behandelt werden. Sonst geht irgendwann die Vergleichbarkeit verloren und man betrügt sich letztendlich selbst. Man wird beim Klettern immer wieder die Möglichkeit finden, aus Linien auszukneifen oder Schlüsselpassagen zu umklettern. Man könnte auch an der Rückseite aufsteigen und die Umlenkung einhängen. Ich glaube jeder merkt in diesem Moment, dass er nicht im Sinne des Erfinders bzw. Erstbegehers handelt und hat sich ja wahrscheinlich diese Linie speziell aufgrund ihrer Ästhetik oder ihrem Charakter ausgesucht und sich selbst die Aufgabe gestellt, genau dort jetzt seinen Aufstieg zu wagen. Mein Appell daher: Bleibt fair und ehrlich, der Kuchen oder das Bier schmecken letztendlich am besten, wenn man weiß man hat es sich ehrlich verdient. Vielen Dank für diese absolut geilen Linien "Battle Cat" und "Sever the wicked hand" am hängenden Stein! @bock.markus ? Danke nochmal für das Video @white_van_media

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