Dörte Pietron und Daniel Gebel holen sich die erste freie Begehung von „Goldkäfig“ (X+) am Zugspitzmassiv

Da haben die beiden noch eine Schippe drauf gelegt. Nach „Hands Down“ konnten Dörte Pietron und Daniel Gebel jetzt auch alle Längen ihres neuen Projekts am Route befindet sich am östlichen Riffelkopf, im Höllental am Zugspitzmassiv klettern. Nach Dörte konnte dann auch Daniel alle Seillängen von der von Ihnen „Goldkäfig“ genannten Route klettern.  Die Route dürfte mit ihrer Schlüsselseillänge im oberen 10. Grad zu den schwersten Mehrseillängenrouten in Deutschland und im gesamten Alpenraum gehören.

„Das Frühjahr 2020 verbrachten wir, wie schon letztes Jahr, im Höllental um eine weitere Route durch die Südwand des Riffelkopfes zu erschließen. Die Linie, die wir uns dieses Mal rausgesucht hatten, liegt etwa 50m rechts von der letztjährigen „Hands down“ und verläuft ziemlich zentral durch den steilsten Bereich des Pfeilers.

In drei Tagen konnten wir die Route komplett einrichten, weitere drei Tage kostete uns das Putzen und Ausbouldern der schweren Längen. Eigentlich als Jahresprojekt angedacht setzte mich Dörte mit einer ziemlich schnellen Begehung der Schlüssellänge unter Druck und ich musste nachziehen. Blieb nur die Frage, ob wir auch nach dem Durchsteigen der „leichteren“ Zustiegslängen genug Saft haben würden um den großen Überhang am gleichen Tag zu punkten. In Anbetracht einer anstehenden Schlechtwetterphase beantwortete Dörte diese Frage aber direkt am nächsten Tag, kletterte alle Längen am Stück und im ersten Versuch frei und ich konnte wiederum nur nachziehen. Nach insgesamt 7 Tagen Arbeit in der Wand kletterten wir am 03.06.2020 die unteren Seillängen im Seilschaftsrotpunkt, wobei Vorsteiger und Nachsteiger in Wechselführung klettern aber beide alle Längen ohne Belastung der Fixpunkte klettern müssen. Die deutlich schwerere Schlüssellänge kletterten wir beide im Vorstieg. Nachdem der Durchstieg an diesem Tag nicht geplant war hatten wir es ziemlich eilig im heranziehenden Regen die letzten Längen zum Gipfel zu vollenden und somit den ersten kompletten Durchstieg der Tour abzuschließen.

Der Fels in der Route ist zum Teil hervorragend, zum Teil etwas schlechter als in „Hands down“, bietet aber dafür fast durchgehend phantastisch steile, athletische und pumpige Kletterei, man kommt sich vor wie beim Sportklettern. Wie auch in der „Hands down“ benötigt man keine Keile, 10 Exen genügen. Zum Abseilen über die Route empfiehlt sich ein 60m-Doppelseil oder ein Einfachseil und eine Rapline.
Die Route hat etwas früher Sonne und kommt dafür je nach Seillänge schon zwischen 13.00 und 14.00 Uhr in den Schatten.“

 

Fotos: (c) Christian Pfanzelt Photography

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