Beat Kammerlander: Eine Sportkletterlegende wird 60

Der Vorarlberger Beat Kammerlander, einer der Sportkletterpioniere weltweit und vor allem in Österreich, wurde heute 60. Herzlichen Glückwunsch!

Beat Kammerlander begann mit 18 Jahren mit den Klettern und wuchs bald in die sich gerade etablierende Sportkletterszene rein. Er zählte bald zu den weltbesten Sportkletterern und hat maßgeblich zur Entwicklung des Klettersports in Österreich beigetragen. Schon 1980 gelang ihm eine Winterbegehung der Eiger-Nordwand und ein Jahr später eine Solobegehung des Mittelpfeilers am Heiligkreuzkofel (VIII-). Der legendären Messner-Route.

Bekannt wurde Beat aber vor allem durch seine großen Erstbegehungen in den alpinen Wänden. Es begann wohl mit seiner Erstbegehung „Unendliche Geschichte“ im Jahr 1991 im Rätikon. Es war eine der, wenn nicht die erste alpine Felsroute im oberen zehnten Grad.

Seine Route „Silbergeier“ ( X+) aus dem Jahr 1994 zählte jahrelang zu den drei schwersten Alpintouren der Welt und ist, mit „End of Silence“ von Thomas Huber und der Route „Des Kaisers neue Kleider“ von Stefan Glowacz, Teil der „Alpentrilogie“. Alle drei Routen befinden sich im oberen zehnten UIAA-Grad und legten damals den Bereich des Möglichen im Rahmen von Mehrseillängenrouten um einiges höher. Beats Route „Silbergeier“ hat sich im Lauf der Zeit als die beliebteste Route dieser Trilogie entpuppt.

Im 1997 richtete er die sieben Seillängenroute „WoGü“, wiedermal im Rätikon ein und beging sie als erster. Die erste Rotpunktbegehung dieser Route gelang dann Adam Ondra erst im Jahr 2008.

Auch in „kurzen“ Routen war er sehr erfolgreich, so gelangen ihm mit „Speed“ (XI-/XI) und „Missing Link“ (XI) am Voralpsee in der Schweiz zwei äußerst schwere Routen. Im Jahr 2009 konnte er mit der Cleanbegehung seiner Route „Prinzip Hoffnung“ an der Bürser Platte im Vorarlberg}}Klettergeschichte schreiben. Beat Kammerlander bewertete die Route mit X/X+, E9–E10. Die E-Skala bezieht sich auf die englische Skala und steht für den psychischen Anspruch der Route. Im Jahr 2017 gelingt ihm nach über vier Jahren des Projektierens im Rätikon eine seiner härtesten Erstbegehungen, Kampfzone, 8a obligatorisch, 8c. Und stellt den bisher letzten Höhepunkt in seiner Kletterkarriere dar.

Hier ein Video von ihm bei seiner Erstbegehung von „Drei Siebe“ an der Bürser Platte:

Video und Fotos: (c) Dietmar Walser auf Youtube

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