Hannes Pfeifhofer und Hannes Egarter mit "Zsigmondycouloir" (WI4+, M5)

Schon der Name ist wohlklingend. Der Namenspate Emil Zsigmondy machte sich als hervorragender Alpinist, Erstbesteiger und Erstbegeher um die Jahrhundertwende zwischen dem 19. und 20 Jahrhundert einen Namen. Er war Freund und Seilgefährte von Ludwig Purtscheller, dem großen führerlosen Alpenpionier. Nach ihm wurde die Zsigmondyspitze ein 3089 Meter hoher Berg in den Zillertaler Alpen in Tirol benannt. Zu seinen herausragenden Leistungen zählt die erste Längsüberschreitung des Gipfelgrates der 3.983 m hohen Meije, die er zusammen mit seinem Bruder Otto und Ludwig Purtscheller am 27. Juli 1885 durchführte. Nur wenige Tage später starb er am selben Berg als er die Südwand probierte.

Hannes Pfeifhofer und Hannes Egarter konnten nun ein Couloir in der Nordwestseite des Zsigmondykopfes am Elfer in den Sextener Dolomiten als Erste klettern. Es ist ein schönes und genussvolle Klettererei im Couloir am Zsigmondykopf, oberhalb des Alpinisteiges.

Hier sein Bericht dazu:

Ich bin Hannes Pfeifhofer, ein Bergführer aus Sexten. Im vergangenem Herbst musste ich die Klettersteige unserer Gegend kontrollieren. Ich war unter anderem am Alpinisteig unterwegs, und wusste , dass dort an einer gewissen Stelle immer Wasser fließt. Diesen Ort beobachtete ich genauer und sah, dass sich dort – an mehreren Stellen Eiszapfen gebildet hatten. Schon damals vermutete ich, dass es im Winter möglich sein muss, dort eine Eislinie zu finden. Im Jänner des heurigen Jahres waren die Verhältnisse gut, und ohne zu wissen, ob es dort wirklich Eis gibt, startete ich mit den Tourenskier dort hin. 800 Höhenmeter muss man bis zum Einstieg
aufsteigen, da man vorher das Couloir nicht sehen kann. Dort angekommen sah ich genügend Eis, um einen Versuch zu wagen. Mit meinem Seilpartner, Hannes Egarter, ebenfalls Bergführer aus Sexten, bin ich am nächsten Morgen gestartet. Bereits gegen Mittag standen wir nach circa 600 Klettermetern im Schnee und Eis auf der Mitria, dem Vorgipfel des Zsigmondykopfes. Das Klettern im Couloir ging wesentlich besser voran als erwartet. Lediglich eine anspruchsvollere
Länge, mit wenig Eis, forderte einige Zeit. An den Standplätzen haben wir immer einen Bohrhaken platziert. Beim Abseilen haben wir die Schlüsselstelle mit einigen Normalhaken entschärft. Die Route ist jetzt wiederholungsfreundlich eingerichtet.

Technische Daten: 

Mitria Meter

Schwierigkeit:
Alpine Route, WI4+, M5, 45°, 600 Meter
Berg:
Zsigmondykopf am Elfer, Nordwestseite (Italien, Südtirol, Sextener Dolomiten, Fischleintal)
Route:
Die Standplätze sind alle mit einem Bohrhaken eingerichtet.
Am Einstieg und in der Schlüsselstelle sind Normalhaken geschlagen, den Rest kann man mit
Friends und Eisschrauben gut absichern. Auch das Klettern mit leichten Skitourenschuhen ist möglich.
Ca. 3 Stunden
Zustieg:
Von der Fischleinbodenhütte zur Talschlusshütte und über das Bacherntal weiter zum Hochleist.
Links daran vorbei und in das Außere Loch bis zum Elferturm. Dort ist der Einstieg gut sichtbar.
800 Hm.
Ca. 2 Stunden
Einstieg:
2350m, die Erste Seillänge kann von der Schneehöhe am Boden variieren, da dort oft große
Lawinen viel Schnee bringen und dadurch der Einstieg nicht immer an der selben Höhe ist.
Oder über den Alpinisteig (Felsband) zum ersten Stand queren.Ausrüstung:
2×60 Seil, Eisausrüstung (auch kurze Eisschrauben), mittlere Friends, Hakensortiment (welches
auch beim Abseilen nützlich sein kann, wenn die Standplätze vom Schnee verdeckt sein sollten).
Abstieg:
Die obersten 150 Meter wieder abklettern und dann über die Route abseilen.

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