Der Paul Preuss Preis wird an extreme Bergsteiger bzw. Kletterer verliehen, die sich im Laufe ihrer gesamten bergsportlichen Entwicklung nicht nur durch herausragende Leistungen im Gebirge, sondern auch im Sinne der Philosophie Paul Preuss` mit dem Verzicht auf technische Aufstiegshilfen dem freien Klettern verschrieben und besonders ausgezeichnet haben. Das Handeln beim Bergsteigen und Klettern soll dabei von den Grundsätzen „by fair means“, der Vorbildwirkung, der innovativen Zielsetzung und der Nachhaltigkeit bestimmt worden sein. Das sog. „bergsteigerische Lebenswerk“ ist Grundlage für die Beurteilung, nicht die aktuelle Höchstleistung. Eigene Veröffentlichungen der jeweiligen Preisträger sowie die Berichterstattung in den Medien über diese werden ebenfalls zur Bewertung herangezogen.

Echo in den Sozialen Medien

Nun gab es in den sozialen Medien eine Diskussion über die noch Zweckmäßigkeit dieses Preises. Hier stehen sich zwei Lager, recht unversöhnlich gegenüber.

Einerseits wird die Vergabe des Preises begrüßt, da er den bewussten Verzicht auf Hilfsmittel propagiert und sich für Nachhaltigkeit einsetzt.

Andererseits wird der Preis als Würdigung von lebensgefährlichen Leistungen gesehen, wo sich die Akteure selbst und andere gefährden.

Der Aspekt des „Verzichtes auf möglichst alle Verzicht auf technische Aufstiegshilfen (darunter auch fixer Stand- und Zwischenhaken“ wird heute teilweise eher kritisch gesehen.

Gleichzeitig findet der Aspekt der Nachhaltigkeit weniger Beachtung als früher.

Die Vorwürfe sind ja nicht ja nicht neu und auch nicht ganz aus der Luft gegriffen. Spektakuläre Begehungen rufen, wenn auch selten, Nachahmer auf den Plan. Andererseits steht es jeden frei, sich selbst psychisch, wie physisch auszutesten und an das persönliche Limit zu gehen. Lebt man als Profi auch noch davon, darf man die Aktionen natürlich vermarkten.

Namengeber und Preisträger

Der Preisnamensgeber selbst stürzte im Alter von nur 27 Jahren aus dem oberen Abschnitt der Nordkante des Mandlkogels ab. Sicherlich zu einer völlig anderen Zeit, als selbst Kletterseile nicht die nötige Sicherheit boten.

Mit Albert Precht und Hansjörg Auer verloren auch schon zwei der sieben Preisträger ihr Leben in den Bergen. Albert Precht bei einer allerdings nicht bei besonders gefährlichen Unternehmung, sondern beim Abseilen. Hansjörg Auer hatte zusammen mit David Lama und Jess Roskelley eine schwierige Route in der Ostwand des Howse Peaks schon durchstiegen. Sie wurden aber bei Abstieg von einer Lawine erfasst.

Fazit

Natürlich hat jeder das Recht, solche Preise kritisch zu sehen, andererseits ist Niemand auch gezwungen, die Routen und Aktionen der Preisträger zu wiederholen bzw. gut zu finden.

Was meint ihr?

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