Die "Kingline" ex "Titanic" (IXc) am Jäckelfels beendet

Schon im November letzten Jahres konnte das alte umstrittene Projekt am Jäckelfels nun von Chris-Jan Stiller als „Kingline“ (a.f.) erstbegangen werden. Rechts der berühmten Bernd Arnold-Route „Lohn der Angst“ (IXc) zieht auf der anderen Seite der markanten Kante, die Route durch die Talseite an 10 Ösen vorbei zum Gipfel. Chris-Jan Stiller und Tino Tanneberger konnten nun die Route weiterführen und letztlich Beenden. Mittlerweile hat der Weg schon über zehn Begehungen.

Dieses ursprünglich von Jörg Gerschel begonnene Projekt verlief direkt rechts der Kante von „Lohn der Angst“. Es begann am 1.Ring der „Lohn der Angst“ und hatte 5 eigene Ringe. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum „Lohn der Angst“ wurde es von der AG „Neuen Wege“ im SBB (in der Sächsischen Schweiz für die Anerkennung der Routen/Weg zuständig) nicht anerkannt. Die Ringe wurden dann im Jahr 2007 illegal entfernt. Das Problem bliebt und ist die sehr starre Regelung, was die Wege-/Routenabstände betrifft.

In den Sächsischen Kletterregeln  – 3.4 Verhalten bei Erstbegehungen steht: „Der seitliche Wegabstand soll 3 m nach beiden Seiten nicht unterschreiten. Bei vorübergehender Annäherung an eine bestehende Route ist auf eigene Ringe zu verzichten“, aber eben auch: „Bei neuen Wegen oder Varianten dürfen andere Kletterrouten weder in ihrem historisch vorgegebenen Verlauf noch in ihrem Charakter beeinträchtigt werden. Wege sollen sich am natürlichen Verlauf der Felsstruktur (kletterbare Linie) ausrichten“

So fiel das Projekt dieser Regelung zum Opfer, da die beiden Routen quasi ja die selbe Kante nutzen, obwohl sie selbständig zu Klettern sind. Nun ist der Weg wieder Thema bei der nächsten Sitzung der AGF (Arbeitsgruppe Felsklettern) des Sächsischen Bergsteigerbundes, bei der alle Kletterer ihre Meinung dazu einbringen können.

Rechts der „Kingline“ in der prallen Talseite des Jäckelfels am Pfaffenstein existiert übrigens noch eine weitere potentielle Kingline, die man wohl mit Fug und Recht als eines der letzten ganz großen Probleme in der Sächsischen Schweiz bezeichnen kann. Auch hier wurden die Ringe aus dem Projekt entfernt.

Fotos: @kletter_julian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.